Liebe Jazzfreundinnen und -freunde,
in unserem Blog wollen wir von Jazz49 den Blick auf das lenken, was sich jazzmäßig in und um Osnabrück tut. Für diesmal haben wir zwei spannende Konzerte im Angebot – und etwas in eigener Sache.
Zwei mal Shabnam Parvaresh
In diesem Monat wird unsere Kuratorin Shabam Parvaresh gleich zwei Mal selbst auf der Bühne stehen: Am Donnerstag, 12. Februar, um 20 Uhr, stellt ihr Sheen Trio im Blue Note sein neues Album „Transtory“ vor. Dabei bewegt sie sich im weiten Feld zwischen Jazz, Krautrock, Freejazz, reichert das Ganze mit viel Experiment und Einflüssen aus ihrem Heimatland Iran an. Mit dabei: Schlagzeuger Philipp Buck und Gitarristin Ula Martyn-Ellis.

Zwei Wochen später, am Donnerstag, 26. Februar, um 19.30 Uhr ist sie dann selbst Teil ihrer eigenen Konzertreihe „Klangfenster“. Diese Reihe lotet seit nunmehr drei Jahren in der Galerie „Hase29“ das Spannungsfeld zwischen zeitgenössischer bildender Kunst und experimenteller, frei improvisierter Musik aus. Auch hier wird Shabnam Teil eines Trios: Mit ihr spielen die Schweizer Akkordeonistin Tizia Zimmermann sowie Tam Thi Pham aus Vietnam an der vietnamesischen Kastenzither Đàn bầu.
Klaus Pott, Überzeugungstäter in Sachen Jazz
Nun habe ich in meinem ersten Blog-Beitrag angekündigt, das Jazzleben in Stadt und Region Osnabrück in seiner Vielfalt abzubilden. Und da kommt Klaus Pott ins Spiel.
Klaus war jahrzehntelang für das Programm des Park Lane Jazz Club verantwortlich. Dieser Verein führte in seinen Konzerten immer wieder vor Ohren, wie modern traditioneller Jazz sein kann und erreichte damit immer ein breites Publikum. Leider hat sich der Verein vor nunmehr drei Jahren von den Osnabrücker Bühnen verabschiedet – was uns bewog, mit Jazz49 die Lücke zu füllen, die der Park Lane Jazz Club hinterlassen hat, wenn auch mit anderer inhaltlicher Ausrichtung.
Eine Geschichte mit Tradition
Klaus Pott aber bleibt, wie er sich selbst nennt, „ein Überzeugungstäter in Sachen Jazz“ – wobei er in guter alter Manier vom „Jatz“ spricht. In dieser Funktion hat er den Vorsitzenden der Jazz Initiative Osnabrück, Frank Otte, unsere Programmchefin Shabnam Parvaresh, und mich unlängst fürs OSRadio 104,8 interviewt – dazu später mehr.
Für jetzt möchte ich die „Kleine Geschichte der Osnabrücker Jazz-Clubs und -Lokale“ empfehlen, die Klaus akribisch recherchiert und mit Liebe zum Detail aufgeschrieben hat. Er beschreibt darin, wie seit den 1950-er Jahren der Jazz das Leben in Osnabrück geprägt hat. Dabei darf man nicht vergessen, dass der Jazz seit jeher Ausdruck von Revolte und Rebellion ist, von Aufbruch und Jugend. Lange, bevor Punk und Indie im Ostbunker Einzug gehalten haben, war der Jazz im Hochbunker an der Redlinger Straße zuhause.

So nimmt Klaus seine Leser an die Hand, führt sie vom Jazzkeller im Bunker zum CVJM-Heim am Ledenhof, ins Haus der Jugend, in die Blumenhalle, ins Union-Stübchen am Arndtplatz, wo niemand geringeres als Posaunist Albert Mangelsdorff aufgetreten ist, und schließlich ins Blue Note und ins Lutherhaus, sprich: in die Gegenwart.
Dabei hat Klaus präzise die Atmosphäre eingefangen, die der Jazz so schön geprägt hat, und glaubt mir: Zu Solochorussen und Blue Notes wurde ordentlich gefeiert! Er stellt uns die maßgeblichen Protagonisten der Osnabrücker Jazz-Geschichte vor, und er liefert gleichsam einen soziologischen Abriss über dieses spannende Segment des Osnabrücker Kulturlebens, in dem sich der Humus gebildet hat, in dem auch unsere Initiative Jazz49 wurzelt.

Damit komme ich abschließend zu einem Hörtipp: Wie schon erwähnt, hat Klaus uns als Moderator für OSRadio 104,8 die Gelegenheit gegeben, unseren Verein und unser Festival vorzustellen. Dort steht das Interview als 25-Minuten-Podcast zum Nachhören bereit – einfach hier klicken.
Auf bald
Ralf


