Danke fürs tolle Festival!

Hallo liebe Jazzfreundinnen und Jazzfreunde,

was war das für ein wunderbares Jazz Festival Osnabrück! Wir von Jazz49, der Jazz Initiative Osnabrück e.V. waren ja schon nach dem ersten Abend mit Aaron Parks, Enji und re:calamri überwältigt von der unglaublichen Musik und von der positiven Resonanz, die wir vom Publikum und von den Musikerinnen und Musikern erfahren durften.

Das hat sich Samstag und Sonntag fortgesetzt: „Ich habe das Blue Note noch nie so ruhig bei einem Konzert erlebt“ hat uns eine Jazzliebhaberin gesagt, und tatsächlich hat beim Konzert von Jakob Bro, Thomas Morgan und Joey Baron eine unglaubliche Konzentration die Atmosphäre geprägt. Ein zweites Mal war das Blue Note ausverkauft, ein zweites Mal haben Weltstars des Jazz ihre Zuhörer be- und verzaubert.

Epochales Konzert mit dem Jakob Bro Trio
Bestens gelaunt: Das Jakob Bro Trio mit Jakob Bro, Thomas Morgan und Joey Baron (von links). Foto: Angela von Brill

Wie wohl sich das Trio auf der Bühne des Blue Note gefühlt hat, mag man daran ablesen, dass die drei nach einem ersten Set von 45 Minuten nach der Pause satte anderthalb Stunden draufgelegt haben, einfach, weil die drei Freude an ihrer Musik hatten. Das wiederum zeigt, wie sehr die Atmosphäre die drei inspiriert hat – ein wunderbares Beispiel dafür, wie wichtig dieses Wechselspiel von Publikum und Künstlern für ein epochales Konzert ist.

Klangmagier Jakob Bro. Foto: Angela von Brill
Bringt den Bass zum Singen: Thomas Morgan. Foto: Angela von Brill
Die Legende: Joey Baron. Foto: Angela von Brill

Daran hat die Intimität des Blue Note ihren Anteil: Die Zuhörerinnen und Zuhörer sitzen nah bei den Musikern, die Musiker sind nah beim Publikum, und passt das Drumherum, ergeben sich solche einzigartigen Erlebnisse für alle im Saal. Dank dem Klangmagier Jacob Bro, dem fantastischen Thomas Morgan am Bass und dem unglaublichen Joey Baron am Schlagzeug.

Der geheime Raum unterm Blue Note

Begonnen hat der Festival-Samstag eine Etage tiefer, im Erdgeschoss des Blue Note. Dort findet sich zwar nicht gleich das Bernsteinzimmer, aber doch ein Raum, der danach ruft, nicht nur als Lager-, sondern als Kulturraum genutzt zu werden. Wir haben dort die Künstlergarderobe eingerichtet und am Samstag ein Talkformat ausprobiert: Shabnam Parvaresh, unsere Kuratorin und Programmchefin, der NDR-Jazzredakteur Stefan Gerdes und NOZ-Kulturredakeur Ralf Döring haben über Jazzaufnahmen gesprochen.

Stefan Gerdes, Shabnam Parvaresh und Ralf Döring bringen Jazz zur Sprache – im geheimen Raum unterm Blue Note. Foto: Angela von Brill

Unter dem Motto „Jazz zur Sprache gebracht“ haben die drei erörtert, was Aufnahmen von Eric Dolphy, George Russell und Django Reinhard innerhalb des großen Kosmos des Jazz bedeuten. Was macht neue Aufnahmen der österreichischen Band Shake Stew und der Gitarristin Mary Halvorson so besonders? Und warum ist das Album „Belonging“ mit Keith Jarrett und Jan Garbarek 50 Jahre nach seiner Entstehung ungebrochen modern? Dazu gab es ein Klangbeispiel von unschätzbarem dokumentarischen Wert, entstanden 1974 im Sendesaal in Hannover: der Mitschnitt eines Konzerts, die gewissermaßen als öffentliche Probe vor den Aufnahme-Sessions zu „Belonging“ diente; danke dafür, Stefan Gerdes! Auch bei diesem angeregten Gespräch war das Publikum eng dabei – wir werden deshalb auch in Zukunft Jazz zur Sprache bringen!

Unsere Programmchefin Shabnam Pravaresh. Foto: Angela von Brill
Traumfinale mit Hilde

Am Sonntag beendete schließlich die Kölner Formation Hilde das Jazz Festival Osnabrück, und angesichts der frühen Tageszeit waren wir auch da glücklich über unser Publikum: An die 70 Gäste waren gekommen, und wiederum trafen Julia Brüssel (Violine), Marie Daniels (Stimme), Maria Trautmann (Posaune) und Emily Wittbrodt (Cello) auf höchst aufmerksame Zuhörerinnen und Zuhörer, die sich von den Klangexperimenten der vier in andere Welten beamen ließen – besser kann man kaum in einen Sonntag starten, und besser kann man ein Festival nicht beenden.

Ein Traum zum Abschluss: Hilde mit Marie Daniels, Julia Brüssel, Emily Wittbrodt und Maria Trautmann (von links). Foto: Angela von Brill
Danke ans Team…

Über all das sind wir, das Festivalteam, äußerst glücklich. Wir hatten uns eine riesige Aufgabe gestellt, nämlich in Osnabrück ein Festival von internationalem Format durchzuführen. Unsere sehr unterschiedlichen Kompetenzen haben dabei wie die Zahnrädchen in einem Schweizer Uhrwerk perfekt ineinandergegriffen, daher hier nochmal Danke an Shabnam, Wiebke, Malina, Frank, Matthias, Heinz, Bernd, Silas, Eli, Christian und Ralf, dem Festivalteam von Jazz49. Außerdem danken wir ganz herzlich unserer Festivalfotografin Angela von Brill, dem Videoteam von Via Blick, Angelino Wagner und Tobi Schneider, unseren Tonleuten Martin Schmeing und Frederik Mahrarens, die für den unglaublich tollen Sound gesorgt haben. Florian Schaube danken wir für die Drums, dem Institut für Musik (IfM) für diverse Kontrabässe, Heinz Rebellius für die Fender Strat sowie Bernd Falke und Silas Jakob für die Anlagen für unseren Talk. Schließlich danken wir Mario Schoo, der am Samstag seine feinsten Jazzplatten aus dem Fundament Record Store ins Blue Note geschleppt hat für die Vinylenthusiasten im Publikum. Schließlich Jonah Herzberg, der drei Tage lang an der Tageskasse die Gelassenheit in Person blieb, auch wenn der Ansturm zwischenzeitlich rasant war und er Leute nach Hause schicken musste. Und ein ganz besonderer Dank ans Gastroteam des Blue Note!

…und danke an die Sponsoren

Ohne Knete keine Fete, das gilt auch für ein Jazz Festival. Deshalb danken wir unseren Sponsoren, ohne die dieses Festival nicht denkbar gewesen wäre: der Sievert Stiftung für Wissenschaft und Kultur, der NDR Musikförderung in Niedersachen, der Köster GmbH, der Sparkasse Osnabrück, der Starke Automobilgruppe und ganz besonders dem Cinema-Arthouse.

Schließlich unser herzlicher Dank an Euch, das Publikum! Ohne Euch wäre das Festival sinnlos gewesen, mit Euch wurde es zum unvergesslichen Fest! Wir wissen nun, dass wir mit unserer Einschätzung richtig lagen: Osnabrück will mehr Jazz. Deshalb:

Wir sehen uns!